Die nächsten beiden Stops unserer Rundreise und mehr oder weniger auch die einzigen an der Südküste waren die Colac Bay für eine Nacht und Invercargill für zwei Nächte.

Auf dem Weg zur Colac Bay sind wir extra den Weg, der an den Fiordlands vorbei führt, gefahren, weil wir gehofft haben, nochmal den ein oder anderen Ausblick auf sie zu haben, das war leider aber erfolglos. Den groben Weg in Richtung Fiordlands kannten wir schon, da wir den schon zu den Milford Sounds gefahren sind und wer sich schon mal eine Karte von Neuseeland etwas näher angeguckt hat, hat möglicherweise festgestellt, dass es auf der Südinsel ziemlich wenige größere Straßen gibt. Wir sind also ohne Navi losgefahren und waren sehr zuversichtlich, dass wir auch allein mit der Hilfe von Schildern ankommen werden – das hat sonst auch geklappt…

Wir sind also gefahren und gefahren und irgendwann hat niemand von uns mehr wirklich auf die Schilder geachtet und wir waren alle mit den Gedanken irgendwo anders. Was musste also passieren? Genau. An dem einzigen Punkt, an dem wir uns entscheiden mussten, ob links oder rechts, sind wir in die falsche Richtung gefahren… und das einfach eine Stunde lang, ohne das einer von uns etwas gemerkt hat. Wir haben dann darüber gelacht und sind umgedreht.. und dann kommts… wir sind einfach an der selben Kreuzung, erneut ohne darüber nachzudenken, wieder falsch abgebogen und sind einfach nochmal über eine halbe Stunde zurück in Richtung Queenstown gefahren. Jap. Dafür hatten wir dann selber auch keine Worte mehr und wir haben erstmal das Navi angemacht. Obwohl man das hier eigentlich wirklich nicht braucht. Naja, eigentlich.

An der Colac Bay haben wir uns für einen Campingplatz entschieden – wir haben nämlich vorher extra jegliches Campingzubehör gekauft, weil vor allem die anderen drei in Neuseeland öfter campen wollten und wir dachten, so etwas Geld mit der Unterkunft sparen zu können.

Dort angekommen bauen wir also die Zelte auf, pumpen die Luftmatratzen auf und kochen Abendessen – dabei natürlich die ganze Zeit sehr zuversichtlich, dass Zelten gar nicht so schlimm ist und wir so einiges an Geld sparen können.

Angefangen hat es dann damit, dass wir in das Drei-Mann-Zelt nur zwei Luftmatzen bekommen haben und wir uns deswegen dafür entschieden haben, uns quer drauf zu legen und die Füße dann eben auf den Boden zu legen. Als wir uns dann abends ins Zelt reingelegt haben, hatte eine der beiden Matratzen schon einiges an Luft verloren, wir haben uns aber nichts Schlimmes dabei gedacht und haben sie einfach nochmal aufgepumpt. Draußen waren dabei gefühlte -10 Grad und wir haben extrem gefroren. Anfangs dachte ich noch, es wäre auszuhalten. Dann verging aber Stunde um Stunde, in der ich einfach nicht einschlafen konnte, weil ich erstens unter meiner dünnen Fließdecke fast erfroren wäre und wir zweitens nach einer gewissen Zeit alle einfach nur noch mit dem halben Oberkörper auf einer Matratze lagen, weil die andere komplett ihre Luft verloren hat. Um vier Uhr habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und bin in die Lounge des Campingplatzes gegangen und habe dort auf einem sehr ranzigen Sofa übernachtet – ich wollte in dem Moment echt nur noch schlafen. Nach zwei Stunden bin ich dann auch schon wieder aufgewacht, weil es auch dort wirklich schweinekalt war… Ich habe mich dann also um sechs Uhr ins Auto gesetzt und Netflix geguckt, bis die anderen auch wach wurden. Gott sei dank fanden sie die Nacht genau so furchtbar und die Einscheidung stand schnell fest: Gecampt wird auf jeden Fall erstmal nicht mehr!

Da man sich in der Nähe unseres Campingplatzes außerdem nicht mal wirklich etwas angucken konnte, sind wir dann morgens ziemlich schnell weiter nach Invercargill gefahren und haben dort erstmal den halben Tag geschlafen – und das in einem richtigen Bett!! Den Tag darauf haben wir uns dann einiges angeguckt. Unter anderem den Catlins Forest Park, diverse Wasserfälle und den Slope Point (den südlichsten Punkt Neuseelands). Abends haben wir dann mega lecker Pizza selber gemacht.

Den Tag darauf ging es dann auch schon wieder weiter nach Dunedin. Auf dem Weg dahin haben wir noch am Nugget Point angehalten. Dort kann man zu einem Leuchtturm laufen, von wo aus man dann riesige „nuggetförmige“ Felsen im Meer sehen kann. Der Abstecher dahin hat sich auf jeden Fall gelohnt und die Aussieht war mal wieder super schön!

Vorher dachte ich eigentlich, dass es über diese beiden Stops wohl kaum was zu erzählen geben wird, wir haben aber anscheinend doch einiges erlebt, auch wenn die erste Zeit ein echter Reinfall war… Ich hoffe, ich habe euch mit meiner kleinen Geschichte nicht zu sehr gelangweilt und ihr seid auch beim nächsten Beitrag wieder mit dabei!

Bis dahin schicke ich euch ganz liebe Grüße vom sicherlich schönsten anderen Ende der Welt!

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29 Kommentare

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